Saat und Ernte

Veröffentlicht von Harry am

Was Du säst, wirst Du ernten. Säst Du Apfelsamen wirst Du keine Gerste ernten. Säst Du Finanzen, wirst Du keine Steine erhalten, es sei denn wertvolle Steine und darüber wieder Finanzen.

Was ist das Prinzip Saat und Ernte

Das Gesetz von Saat und Ernte ist uns zwar aus der Landwirtschaft bekannt, gilt aber auch im zwischenmenschlichen Bereich und dem täglichen Miteinander, in Deinem und in meinem Leben.  Bevor ich mich für dieses Thema entschieden habe, habe ich mir natürlich Gedanken gemacht. Ich habe mich dann hierfür entschieden, da ich nach Rücksprache mit Freunden für den Einen oder Anderen eine wichtige Hilfestellung geben kann.

Ich kenne Menschen, die in großen Schwierigkeiten stecken und steckten. Auch habe ich selber schon schwierige Situationen erlebt und ich habe mich gefragt, wo denn die Ursache ist. 

Forscht man dann selbstkritisch genauer nach, warum die Situationen unbefriedigend sind, kommt man irgendwann darauf, dass es sich meist um Saat und Ernte dreht. Oft ist der Zeitpunkt, an dem man sät bis zur Ernte lang, so dass es schwer fällt, die Zusammenhänge zu erkennen. 

Eine Saat, die wir ständig säen sind unsere gesprochenen Worte. Diese Saat ist derart entscheidend, dass ich ihr einen eigenen Beitrag gewidmet habe. Genau so verhält es sich auch mit den Gedanken, welche eine immense Macht über unser Leben haben.  Mein Freund Emmanuel hat mich an etwas erinnert, was sich nach längerem Überlegen bei mir gut eingeprägt hat:

„Achte immer und überall auf Deine Gedanken, es werden Deine Worte werden.  Achte weiterhin immer auf Deine Worte. Es werden entsprechend daraus Deine Taten folgen. Achte dann wieder auf die Taten, denn sie können sehr schnell zur Gewohnheit werden.   Aus Deiner Gewohnheit wird Dein Charakter gebildet und daraus entwickelt sich, wie und was Du lebst.“

Danach habe ich mich selbst kontrolliert und beobachtet. Ich musste ihm ehrlichen Herzens Recht geben.  Ich begann verstärkt diesen Prozess bewusst bei mir selbst zu prüfen und positiv zu beeinflussen. Und wenn ich das kann, kannst Du das auch.

Was den Start ins Leben entscheidend beeinflussen kann, ist die Beziehung zum Elternhaus. Erhält man hier Liebe, Lob und Anerkennung, werden dadurch gute Dinge gesät, die in der Regel als gute Frucht aufgehen werden aber auch umgekehrt.

Umgekehrt entstehen Früchte wie Minderwertigkeitsgefühle, auch Beziehungsunfähigkeit oder Ablehnung. Diese Gefühle werden dadurch noch verstärkt, wenn durch die Erzieher ständig Unfähigkeit, Faulheit oder etwas Vergleichbares bescheinigt wird. Nach dem Motto: „Du bist ohnehin ein Versager und aus Dir wird doch nie etwas.“ Dies darf jedoch keine Ausrede für mögliche Entgleisungen im späteren Leben sein. Letztendlich ist es immer die Entscheidung der betreffenden Person, und diese kann sich auch für das Richtige entscheiden.

Es ist sehr gut möglich, dass das Fehlverhalten der erziehenden Personen demjenigen, den es betrifft, immer wieder großen Kummer bereitet.  Daraus kann Streit und Unversöhntheit entstehen. Hinterher wundert man sich, was für eine Ernte das plötzlich ergibt.  Man kann das Prinzip „Saat und Ernte“ auch als „Ursache und Wirkung“ bezeichnen.

Emanuel beteuert immer, dass es keine Zufälle in dieser Richtung gibt. „Wenn Du Handlungen unternimmst, passieren diese Zufälle, ob sie positiv oder negativ sind, wenn Du diese Handlungen nicht unternimmst, passieren eigenartigerweise auch diese Zufälle nicht.“ 

Eines kann ich Dir lieber Leser, auf jeden Fall sicher sagen. Saat und Ernte ist ein Prinzip, welches im Leben als Gesetz der Natur immer funktioniert und nie außer Kraft gesetzt werden kann. Ob Du daran glaubst oder nicht spielt keine Rolle.

Emanuel gab mir ein simples Bild dafür, dass Naturgesetze sich einfach nicht außer Kraft setzen lassen.  Er sagte eines Tages: „ Harry, es ist genau das selbe, wie wenn Du von einem hohen Turm springst. Du fällst unweigerlich nach unten, auch wenn Du nicht an die Erdanziehung glaubst.“   Wenn die gute Saat vom Herzen her erfolgt, wird die Ernte ebenfalls herzlich sein. Leider hat auch die schlechte Saat ihr Resultat. Jeder wird für sein Handeln entweder belohnt oder entsprechend auch bestraft.

Der Boden muss vor der guten Saat entsprechend vorbereitet sein. In der Natur würde das Düngen bedeuten. Bei Menschen bedeutet dies zuerst mal die Bereitschaft zu haben etwas loszulassen und zu geben. Dadurch bringe ich Saat aus.  

Die Ernte

Sehr oft liegen die Ursachen für die Probleme völlig anders,  als man es vermutet. Ein entscheidender Punkt dem wenige Beachtung schenken und dessen Gefahr nicht unterschätzt werden darf, kann auch das Thema Vorbildfunktion sein. Nehmen wir einen Mann, der sich schwer tut, Ordnung zu halten. Hier ist die Gefahr gegeben, dass die Kinder diese leidigen Früchte ebenfalls “ernten“.  Ein guter Freund erzählte mir von einer Sache, bei der deutlich wird, was ich meine.

„Heini ist Vater zweier Söhne im Alter von 16 und 18 Jahren und glücklich verheiratet.  Allerdings hat er zum Leidwesen seiner lieben Frau ein massives Problem. Wenn Heini 2 Minuten in einem Raum war, sei es im Bad um sich umzuziehen oder im Wohnzimmer, in welches auch das Büro integriert ist,  ist seine Frau jedes Mal eine ganze Weile damit beschäftigt, die von ihr geliebte Ordnung wieder herzustellen. Kurzum – Heini ist ein Schlamper, wie er im Buche steht. Hinzu kommt als Eigenschaft noch Unzuverlässigkeit – ein unangenehme Mischung.

Da beide den gleichen Computer benutzen, liest die liebe Ehefrau eines Tages eine Mail von Heini, indem er sich anonym an eine Leserschaft Leid geplagter Väter im Internet wendet, mit folgender Botschaft:

Was würdet Ihr denn machen? Mein Sohn (16 Jahre) hat in seinem Zimmer das totale Chaos. Auf dem Schreibtisch kann nix mehr abgelegt werden (fällt alles runter; das ist nicht so schlimm, da er meist in der  Berufschule Schreibarbeit macht) Genauso ist es auf dem Nachtkästchen. Auf dem Boden kann man kaum mehr einen Fuß neben den anderen setzen.

Ich bin nun doch etwas unentschlossen, da ich der Meinung bin, dass man den Kindern gewisse Freiheiten einräumen sollte. Andererseits haben wir gemeinsame Räume, in denen wir uns aufhalten und wir haben teilweise die gleichen Schränke, in denen wir Anziehsachen aufbewahren.   Deshalb muss ich ab und zu in sein Zimmer –  und dann drehts mir manchmal echt den Magen rum, wie es dort aussieht, bzw. auch stinkt.  Außerdem sollte doch so ein gewisses Maß an Ordnung vorhanden sein, oder?   Wie kann denn so etwas sein?  Bitte gebt mir einen Tipp, was ich in diesem Fall zum Selbstschutz tun kann.

Eine Antwort eines der Leser war: „Gehen Sie als gutes Beispiel voran.“  Die Frau von Heini lacht heute noch über diesen Schriftverkehr. Was für eine Ernte.

Emanuel machte mich auch noch auf einen anderen Aspekt aufmerksam. Er meinte nämlich:   einer der zerstörerischsten Samen ist die Unversöhnung.

Im Vater unser heisst es: „…und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Viele Menschen leben in unversöhnten Beziehungen und werden bitter und krank. Das wird in diversen Büchern oft beschrieben und von den Ärzten als psychosomatisch bezeichnet. Dies zeigt deutlich, dass es für ein ausgeglichenes fröhliches Leben total wichtig ist mit den Mitmenschen und mit uns selber im Reinen zu sein, schon um unserer selbst willen.

Jetzt sagst Du möglicherweise: oh Harry, Du hast keine Ahnung, was der oder diejenige Person mir angetan hat. Ich habe absolut das Recht hier stinkig zu sein.
Ich muß Dir Recht geben in allen Punkten. Das ist vermutlich so, aber – bringt es Dich weiter? Macht es Dich froh und glücklich? Wenn nicht, mußt Du Dir überlegen, um wessen Willen Du vergeben solltest. Richtig geraten, es geht hier um Dich und nicht die andere Person. Vergib dieser Personen, damit Du Frieden hast.

Hierbei ist entscheidend, wie wir reden, denken und handeln.  Wir glauben oft, dass es bedeutungslos ist, was wir über uns selbst oder über andere in der Vergangenheit gedacht oder gesagt haben.   Das ist ein Irrtum, denn jede Saat geht auf!  

Wie wirkt sich Saat und Ernte auf die Finanzen aus 

Zu diesem Thema kann ich wieder einmal einen Freund zitieren, der folgendes sagt:

„Wer reichlich ernten will, muss seine beste Saat einsetzen, denn der fruchtbarste Boden wirft die beste Ernte ab. Ein kluger Landwirt wird vermutlich kein minderwertiges Saatgut auf dem Acker ausstreuen, der nicht entsprechend vorbereitet wurde. Eher kauft er doch ein wohl ausgewähltes Saatgut, bereitet vorher den Boden mit Dünger entsprechend vor, und arbeitet dann mit seinen besten Maschinen nach, die er hat.

Übersetzt bedeutet dies, dass wir unsere Finanzen auch dort einsetzen, wo es anderen hilft, vorwärts zu kommen. Wenn wir dies mit der richtigen Herzenshaltung tun, wird es als gute Ernte auf uns zurück kommen.   Geiz ist nicht „geil“, sondern eine Geisel der Menschheit. Großzügigkeit ist angesagt und zwar gerade jetzt.

Der Kreislauf des Gebens darf nicht durchbrochen werden, sonst stockt er und es geht uns, wie dem toten Meer. Der hohe Salzgehalt,  bei dem kein Lebewesen bestehen kann,  ist deshalb so hoch, weil das tote Meer nur nimmt und keinen Abfluss hat.

Gott möchte uns segnen! Und wenn wir Gottes Wort in unserem Leben akzeptieren, WIRD er uns segnen! Es mag für den fleischlich gesinnten Verstand schwer sein zu verstehen, dass Gott uns dann seine Segnungen verspricht, wenn wir anderen geben, aber genau das ist es, was Gott uns in seinem heiligen Wort offenbart, und mit einer geistigen Gesinnung ist es leicht zu begreifen, wie Gottes Weg des Gebens in der Praxis funktioniert.

Uns wird in Apostelgeschichte 20, Vers 35, gesagt, dass ein größerer Segen im Geben als im Nehmen liegt. Wie kann das stimmen? Warum – und auf welche Art und Weise – werden wir mehr gesegnet, wenn wir geben? Ist es wirklich gesegneter, wenn wir jemandem ein Geschenk machen, als selbst eine Villa in der Lotterie zu gewinnen?

Unser Segen hat in der Hauptsache mit unserer Zukunft zu tun! Er hat mit der Tatsache zu tun, dass wir, wenn wir aufrichtig geben, eine Einstellung entwickeln, die unentbehrlich ist, um Eintritt in Gottes Reich zu erlangen.   Wiederum, Gott ist die LIEBE (1. Johannes 4,16) – die Art von Liebe, die ausgehende Anteilnahme am Wohle, an der Unterstützung und Freude anderer zeigt.

Es stimmt ebenfalls zu sagen, dass Gott selber ja ein gebender Gott ist. Wir lesen, dass Gott die Welt so liebte, dass er seinen eingeborenen oder einzig auf solche Weise gezeugten Sohn gab, um für die Welt zu sterben (Johannes 3,16). Zusätzlich gab Jesus Christus sein Leben für „das Leben der Welt“ (Johannes 6,51). Gott der Vater und Christus haben das getan, weil sie die Menschheit lieben, und ihre Liebe sich im GEBEN manifestiert.

Beachte mal, wie sich Gottes Liebe für die Menschheit auf unterschiedliche Art und Weise ausdrückt. Und beachte auch, dass wir Gottes Liebe nachahmen sollen. Wir sind seine Kinder. Wir sind göttliche Wesen in seiner göttlichen Familie.  Wir sollten genau dieselbe Liebe zeigen, die Gott besitzt, damit wir immer mehr in sein Ebenbild verwandelt werden.

Gott ist ein liebender und gebender Gott!  Wir sollten von daher liebevolle und gebende Menschen sein! Wir dürfen eine Einstellung des Liebens, Gebens und Teilens mit anderen entwickeln. Das macht uns in seinem Reich zu Mitgliedern seiner Familie. Das ist gute Saat und eine wunderbare Ernte.

Wie funktioniert das Prinzip Saat und Ernte bei der Erziehung

Vor einigen Jahren druckte die New York Times einen beunruhigenden Bericht: Verzweifelte Eltern geben ihre Kinder auf. Der Artikel berichtete, dass Dutzende frustrierter Eltern einen Gerichtssaal in Manhattan aufsuchten, um freiwillig ihre Kinder an Pflegeeltern abzugeben. Sie wurden einfach nicht mehr mit ihnen fertig. Ein Vater kam nicht mehr mit seinem Sohn zurecht, nachdem die Mutter des Jungen gestorben war.

Ein anderer Vater gab seine Tochter auf, weil diese Teenagerin ein wildes Leben führte und völlig außer Kontrolle geraten war. Gerichtsbeamte, die diese Fälle anhörten, waren perplex. Ein Richter fragte eine Mutter, die mit ihrer Tochter erschienen war: möchten Sie Ihre Tochter nicht gern mit nach Hause nehmen? Die Mutter schüttelte müde den Kopf. Daraufhin brach das Mädchen in Tränen aus. 

Der Artikel wies darauf hin, dass Familien immer schneller auseinander brechen. Und das New Yorker Familiengericht konnte die Fälle nicht mehr bewältigen.

Besonders schockierend war eine weitere Meldung über eine neue Generation von Drogenabhängigen. Die Schlagzeile lautete: Kinder gehen zu Hause mit den Eltern auf Drogentrips. Offenbar sagen 30 Prozent der Drogenabhängigen heute, dass sie zu Hause süchtig wurden, nachdem ihre Eltern sie mit Drogen in Kontakt brachten.

Wie konnte es so weit kommen? Antwort: Eltern haben selbst Drogen genommen.

Ich vermute mal nicht ganz so krass, aber auf ähnliche Art werden manche Kinder auch in Europa durch die unbewusste Saat der Eltern,  zu verschiedenen Verhaltensweisen beeinflusst.     Manche Ernte wäre sonst sicherlich anders. Aus diesem Grunde ist es wichtig, unsere Verantwortung den Kindern gegenüber wahrzunehmen und bewusst aufzupassen, was wir sähen und was sie von uns sehen und hören. Es beginnt bei den Worten und mündet bei den Taten.

Diesem Thema Worte habe ich einen eigenen Bericht gewidmet, wo ich auch beschreibe, wie  aus Niederlagen Siege werden können. 

Zusammenfassung und Resume – lass uns eine gute Saat ausbringen

Emanuel bringt es auf den Punkt: „Unsere Gedanken sind vergleichbar mit Samenkörnern: Sie tragen das Bestreben in sich, die in ihnen enthaltenen Möglichkeiten und Fähigkeiten zu verwirklichen. Welchen Gedanken wir jedoch Raum (und damit die Möglichkeit zu wachsen) geben, bestimmen wir selbst.

Worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, dorthin fliesst auch unsere Lebenskraft.“  Es macht Sinn, bewusst eine Saat auszubringen, sowohl mit Gedanken, Worten und Taten, die so ausgerichtet ist, dass sie uns, unseren Mitmenschen oder der Umwelt nicht schadet, sondern Nutzen bringt.  Als Resultat daraus werden wir Friede, Freude und Ausgeglichenheit ernten. 

Im Wort steht: GAL 6,7 Irrt euch nicht: Gott lässt sich nicht spotten! Denn was der Mensch sät, das wird er auch ernten.  

In diesem Sinne lasst uns reichlich säen, sowohl gute Bekenntnisse als auch Taten, damit die Ernte überfließend wird.