Warum läßt Gott Leid zu ?

Veröffentlicht von Harry am

Wenn ich mit Menschen im Gespräch bin, höre ich immer wieder den Einwand: Wenn Gott gut ist, warum lässt er dann so viel Leid auf der Erde zu?  Auch Christen in Not haben mir schon diese Frage gestellt.Bei der Beantwortung dieser Frage kommt es darauf an, wer sie stellt. Ich möchte es in 4 Typen von Fragenden unterteilen: Leute, die meilenweit von Gott weg sind, Suchende, Gläubige und Menschen, die direkt in Schwierigkeiten stecken.
 
Die, die meilenweit von Gott weg sind

meiner Ansicht nach sind das Menschen, die nur das glauben, was sie sehen. In diesem Sichtbaren versuchen sie, die Dinge gut zu machen und am Anfang schaut es auch so aus. Leider entwickeln sich viele gut gemeinte Dinge und Handlungen nach einer Zeit als eher schädlich. Menschen können nicht über Jahrhunderte hinweg planen ohne Gott. Der menschliche Verstand ist begrenzt und kann die Langzeitauswirkung nicht erfassen. Dadurch entsteht Leid.

Die Suchenden

Darunter fallen Kirchenfremde oder Namens – Christen. Sie sind in der Regel offen und wollen ab und zu provozieren, suchen aber ehrlich nach Antworten. Anstatt mit diesen ewig über das Unrecht in der Welt zu mutmaßen, empfielt es sich diese auf die persönliche Ebene zu bringen. Dort ist der beste Beginn Unrecht zu begegnen. Auch die Bibel spricht über die Eigenverantwortung der Menschen:

Sprüche 19,3 (H.f.A.)   Manch einer ruiniert sich durch eigene Schuld, macht dann aber Gott dafür verantwortlich.

Psalm 107, 11   denn sie hatten Gottes Geboten getrotzt und den Ratschluß des Höchsten verachtet

Psalm 107,17 Die da krank waren infolge ihres Sündenlebens und wegen ihrer Verfehlungen leiden mußten

Sprüche 1, 24 – 32

 24 Weil ich gerufen habe und ihr mich abgewiesen habt, weil ich mit der Hand gewinkt habe und niemand darauf geachtet hat,
25 ihr vielmehr jeden Ratschlag von mir verworfen und auf meine Zurechtweisung nichts gegeben habt:
26 so will auch ich bei eurem Unglück lachen, will spotten, wenn der Schrecken über euch kommt,
27 wenn der Schrecken euch überfällt wie ein Unwetter und euer Verderben wie ein Sturmwind heranzieht, wenn Angst und Bedrängnis über euch hereinbrechen.
28 Alsdann werden sie nach mir rufen, aber ich werde nicht antworten; sie werden mich eifrig suchen, aber mich nicht finden.
29 Weil sie die Erkenntnis gehaßt und sich der Gottesfurcht nicht zugewandt,
30 meinen Ratschlägen kein Gehör geschenkt, jede Zurechtweisung von mir verschmäht haben: –
31 darum sollen sie die Frucht ihres Tuns zu schmecken bekommen und sich an ihren eigenen Anschlägen satt essen.
32 Denn den Einfältigen bringt ihr eigenes Widerstreben den Tod, und ihre eigene Sorglosigkeit stürzt die Toren ins Verderben

Jesaja 24,18-20

18 und geschehen wird es: Wer da flieht vor dem grauenvollen Schrecknis, der stürzt in die Grube, und wer aus der Grube wieder heraufsteigt, der fängt sich im Garn; denn die Fenster in der Höhe droben tun sich auf, und es erbeben die Grundfesten der Erde.
19 In Trümmer wird die Erde zertrümmert, in Splitter wird die Erde zersplittert, in Wanken und Schwanken gerät die Erde;
20 hin und her taumelt die Erde wie ein Trunkener und schaukelt hin und her wie eine Hängematte, und schwer lastet ihr Frevel auf ihr: sie stürzt hin und steht nicht wieder auf.

Es geschieht Schlimmes und Ungerechtes in der Welt, weil die Menschen schlimm und ungerecht handeln.

Das Problem in der Welt ist die Sünde und ihre Folgen. Gutes Beispiel ist der junge Raser, der mit seiner Clique die Nacht durch gezecht hat, in sein Auto steigt und auf dem Weg nach Hause in eine Gruppe Kinder fährt.

Jeder weiß, dass dies niemals Gottes Schuld sein kann. Aber, dann kommt die Frage, warum Gott nicht verhindert hat, daß unschuldige Kinder sterben?  Bei dieser Frage geht man selbstredend davon aus, dass Gott alles unter Kontrolle hat.  Ja, Gott ist allmächtig, aber hat er damit alles unter Kontrolle?

Hat er auch dich und dein Leben unter seiner Kontrolle? Wenn ja, würde er nicht zulassen, dass du sündigst. Gott würde dann nicht zulassen, dass der junge Mann betrunken wird, egal, was und wie viel er trinkt. Würde ihm das gefallen, niemals wieder berauscht zu sein? Wie würde dieser junge Mann auf das Marionettendasein reagieren? Wie würden wir auf Marionettendasein reagieren?

Oder eine schwangere Frau könnte machen, was sie will, um das Kind abzutreiben. Weil Gott nicht zulassen würde, dass unschuldige Kinder sterben, ist es nicht tot zu kriegen.

Würde es dieser Frau gefallen, dass Gott so massiv in ihr Recht auf Selbstbestimmung eingreift? Stelle Dir selbst diese Frage. Wie bereits in anderen Beiträgen beschrieben: Der Sünder möchte sündigen, für die Konsequenzen allerdings will er nicht verantwortlich sein. Die schiebt er dann Gott zu.

Wenn es dann aber um die eigene Freiheit geht, möchten die meisten Menschen, dass er sich aus Allem heraushält. Und wenn ihnen dann etwas Gutes passiert, bedanken sie sich dann bei ihm ?

Die Sünde ( sich gegen die Ordnungen Gottes zu entscheiden) brachte Schlechtes in die Welt.

Römer 5,19 Denn wie durch des einen Menschen Ungehorsam die vielen in die Stellung von Sündern versetzt worden sind, so werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen in die Stellung von Gerechten versetzt werden..

Die Welt, wie wir sie heute vorfinden, ist nicht mehr die Welt, wie Gott sie ursprünglich erschaffen hatte. ( 1.Mose Kapitel 1-3.) Was ist passiert? Steht alles im Beitrag – wie alles begann.
 
Das Unheil aus Gottes Sicht
 
Als Adam sich vom Heil Gottes abwandte, kam das Unheil in die Welt. Es ist schlimm, wenn Menschen unter Krieg, Hunger, Krankheit u.a. leiden. Das Schlimmste aber ist aus Gottes Sicht, wenn Menschen in alle Ewigkeit verloren sind, und das, obwohl sie hätten gerettet werden können.

Das ist die größte Katastrophe. Wer nicht an Jesus glaubt, ist für immer verloren. Da ist die bittere Wahrheit. „Aber das wird ein liebender Gott doch nicht zulassen?“ Doch, das wird er! Anderenfalls würde er in das Hoheitsgebiet und den freien Willen des Menschen, also seine Entscheidungsfreiheit, eindringen.

Gott wird keinem Menschen sein Heil aufzwingen. Aber weil ER die Menschen liebt, hat er Jesus als Retter gesandt. Wer an Jesus glaubt, ist gerettet. Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat (Jo 3,16).
Gottes Antwort auf das Unheil in der Welt ist sein Heil in Jesus Christus.

Die Gläubigen

Das sind diejenigen, die eine persönliche Beziehung zu Gott haben, an die Bibel / Wort Gottes glauben und ein gewisses Maß an geistlichem Verständnis haben. Wir, die Gläubigen, wissen, dass Gott gut und der Teufel der Böse ist.

Unsere Errettung in Christus ist ein absoluter Segen für uns, wofür wir Gott ständig danken dürfen. Doch diese Errettung beinhaltet gleichzeitig eine große Verantwortung. Jesus trat in der Autorität auf, die Adam vor dem Sündenfall besaß. Diese Autorität übertrug er auf seine Jünger und damit auf uns.

Matt 28, 18-19  Da trat Jesus herzu und redete sie mit den Worten an: »Mir ist alle Gewalt im Himmel und auf Erden verliehen.

Lukas 10,19 Siehe, ich gebe euch die Vollmacht, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und über alle Gewalt des Feindes; und nichts wird euch in irgendeiner Weise schaden.

Markus 16, 18 werden Schlangen aufheben und, wenn sie etwas Todbringendes trinken, wird es ihnen nicht schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden gesund werden.

Joh 14,14 Wenn ihr mich etwas bitten werdet in meinem Namen, so werde ich es tun.

Die Gläubigen haben durch Christus Autorität bekommen, Dinge zu verändern und dem Bösen entgegenzutreten. Angesichts dieser biblischen Tatsache sollten wir uns selbst einmal fragen, inwieweit wir unsere Autorität ausüben und zulassen, dass es soviel Schlechtes in dieser Welt gibt.

Wir können nicht einfach unsere Verantwortung wegschieben, denn wir sind das Bodenpersonal und die Erfüllungsgehilfen des Vaters.

Das hat etwas mit radikalem Glaubensleben zu tun und das muß in den Gemeinden gelehrt werden. Wir leben darin, dass es vollbracht ist und nicht irgendwann mal vollbracht wird. Und das ist unsere Erkenntnis der Wahrheit, die uns frei macht.

1 Timotheus 2,1-4 So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen Bitten, Gebete, Fürbitten und Danksagungen darbringe für alle Menschen, für Könige und alle, die in hoher Stellung sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Gottesfurcht und Ehrbarkeit; denn dies ist gut und angenehm vor Gott, unserem Retter, welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

Markus 16,15   Und er sprach zu ihnen: Geht hin in alle Welt und verkündigt das Evangelium der ganzen Schöpfung!

Was wäre, wenn auf der Vorstandsebene von Konzernen und in Regierungskreisen Entscheidungen auf der Grundlage biblischer Werte getroffen würden, weil für sie gebetet wird, und Christen an entscheidenden Positionen sitzen? Das würde so manche Not lindern, Ungerechtes eindämmen und hausgemachte Katastrophen verhindern.

Was wäre, wenn mehr Christen ihre gottgegebene Autorität im Namen Jesu wahrnehmen und den zerstörerischen Werken des Teufels in ihrem Lebens-und Autoritätsbereich entgegentreten würden?

Wenn sie Menschen heilen und befreien und den Stürmen des Lebens gebieten würden? Wenn die Gläubigen ihre Position in Christus einnehmen und beginnen, gemäß Römer 5,17 im Leben zu herrschen, werden sie persönlich weniger von den Nöten der Welt betroffen sein und können anderen effektiver helfen, die in Not sind.

Hierfür benötigt es die Zurüstung der Heiligen zu vollmächtigen Christen, die im Geist wandeln und nicht im Fleisch.

Diejenigen, die direkt betroffen sind

Gerade für Christen, die an den vollen Segen der Erlösung – an Heilung Wohlstand und den Schutz Gottes – glauben und dann persönlich von Krankheit  o.ä. betroffen sind, stellt das eine große Herausforderung für ihren Glauben dar.

Hier kann ich nur einige Gedankenanstöße geben, die helfen können, mit Nöten umzugehen.
 
Keine Schuldzuweisungen und Vorwürfe

Zur Zeit Jesu glaubten die Juden, die ja von den Richtlinien des Alten Bundes geprägt waren, dass Unglück und Krankheit, besonders Aussatz, eine Art Strafe von Gott wären. Jesus korrigierte diese Ansicht. Bezüglich des Blindgeborenen sagte er:

Weder dieser hat gesündigt, noch seine Eltern! (Joh 9,3).

Als Pilatus ein Massaker unter den Galiläern anrichtete, bzw. der Turm von Siloah einstürzte und achtzehn Menschen in den Trümmern starben, antwortete Jesus daraufhin:

Meint ihr etwa, diese Galiläer seien größere Sünder gewesen als alle anderen Galiläer, weil sie dies Schicksal erlitten haben?Nein, sage ich euch; sondern wenn ihr euren Sinn nicht ändert, werdet ihr alle ebenso umkommen.Oder meint ihr, daß jene achtzehn, auf die der Turm am (Teich) Siloah gestürzt ist und sie erschlagen hat, schuldbeladener gewesen seien als alle anderen Bewohner von Jerusalem?Nein, sage ich euch; sondern wenn ihr euren Sinn nicht ändert, werdet ihr alle ebenso umkommen.(Luk 13,2-5).

Krankheiten und Unglücksfälle sind schlimm genug. Reife Christen dürfen weder sich selbst noch andere durch Schuldzuweisungen unter Druck bringen indem sie demjenigen weis machen wollen, dass Gott ihm etwas damit zeigen will. Fakt ist , Gott straft uns nicht ab weil wir möglicherweise etwas Verkehrtes gemacht haben.(die Strafe liegt auf Jesus)

Er ist jederzeit bereit, uns zu helfen und als reife Christen sollten wir uns gegenseitig helfen, unterstützen und ermutigen.    Grundsätzlich gilt: Von Gott kommt nur Gutes!

Jakobus 1,16-17  Irrt euch nicht, meine geliebten Brüder: Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist, noch ein Schatten infolge von Wechsel

Gott will immer noch, dass es dir gut geht, daran hat sich nichts geändert !  Daran müssen wir uns besonders in schlimmen Zeiten immer wieder erinnern. Unsere Erlösung beinhaltet potentiell ein Leben in Wohlstand, Sicherheit und Gesundheit (ausgenommen die Leiden um des Evangeliums willen).

Dieser Segen kommt jedoch nicht automatisch auf uns, sondern er hängt an bestimmten Bedingungen.  Ja, aber Harry, welcher Christ lebt so perfekt in der Liebe Gottes und wird so vollkommen vom Heiligen Geist geleitet, dass er sich des vollen Segens Gottes in jedem Lebensbereich ohne Einschränkung erfreut?

So manches Mal erleben wir hautnah die Herrschaft von Sünde, Tod und Teufel und wir merken, dass wir die Wunder nicht einfach mal eben, so wie das Licht, anknipsen können, wenn wir sie gerade brauchen oder wünschen. Schliesslich ging das Paulus auch so. Zwei seiner engsten Begleiter waren körperlich so kaputt, dass sie ihren Dienst nicht mehr verrichten konnten (Phil 2,26-27; 2 Tim 4,20). Offensichtlich reichte auch für Paulus nicht mal eben schnell ein Gebet und sie waren wieder fit.

Sie brauchten einfach eine Phase der Erholung, um wieder auf die Beine zu kommen. Lesen wir etwa, dass ihm die Gemeinde einen Vorwurf gemacht hätte ? Bestimmt nicht. 
In 1 Thess 2,18 lesen wir sogar, dass Satan die Reisepläne des Paulus durchkreuzt hatte. Tja,  warum hat Paulus ihm nicht einfach im Namen Jesu widerstanden?

Oder warum hat er Trophimus nicht geheilt, wie später den Vater des Publius auf der Insel Malta (Apg 28,8).  Von diesen Begebenheiten wird im NT ganz normal wertfrei berichtet ohne den leisesten Vorwurf.
 
Im Glauben bleiben

Lang anhaltende Schmerzen, ein großer Verlust oder erlittenes Unglück können so stark an den Kräften zehren, dass manche Christen Gott gegenüber ungehalten werden und ihn sogar anklagen.

Jesus sagte: Selig ist, wer sich nicht an mir ärgert . Die Güte und Liebe Gottes sollten wir nie hinterfragen, auch wenn wir kurzzeitig nicht alles verstehen. Es gibt für alles einen Grund. Manchmal kennen wir ihn und manchmal kennen wir ihn nicht.

Manchmal ist der Grund bekannt, aber der Notleidende schämt sich, ihn zu nennen. Eines muss für uns klar bleiben. Gottes Wort verändert sich nicht dadurch, dass einige in Not geraten sind. Die Zusage bleibt bestehen, dass, wer immer sich vertrauensvoll an Gott wendet und Seine Verheißungen im Glauben in Anspruch nimmt, Segen, Antwort und Hilfe erhalten wird.

Röm. 8,28 Eines aber wissen wir: Alles trägt zum Besten derer bei, die Gott lieben; sie sind ja in Übereinstimmung mit seinem Plan berufen.

Eines Tages sehen wir uns in der Herrlichkeit Gottes wieder. Eine Herrlichkeit, die alle zeitliche Trübsal in den Schatten stellt , wo alle Trauer ein Ende findet und Gott alle Tränen abwischen wird – Amen.